{"id":1102,"date":"2018-04-11T10:25:21","date_gmt":"2018-04-11T09:25:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.geschiebekunde.de\/?p=1102"},"modified":"2022-12-14T15:55:07","modified_gmt":"2022-12-14T14:55:07","slug":"geschiebe-des-jahres-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geschiebekunde.de\/en\/geschiebe-des-jahres-2017\/","title":{"rendered":"Geschiebe des Jahres 2017"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">P\u00e5skallavik-Porphyr<\/h1>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Kristallines Geschiebe des Jahres 2017<\/h3>\n<p>Text und Bilder 1-3 von Matthias Br\u00e4unlich (<a href=\"https:\/\/kristalline-geschiebe.de\/2017.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">kristalline-geschiebe.de<\/a>&nbsp;und <a href=\"https:\/\/kristallin.de\/Schweden\/Paskallavik\/Paskallavik-Porphyr.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">kristallin.de<\/a>) Bild 4 von Marc Torbohm<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gesellschaft f\u00fcr Geschiebekunde hat anl\u00e4sslich ihres Neujahrsempfangs im Januar dieses Jahres im Geomatikum der Universit\u00e4t Hamburg den P\u00e5skallavik-Porphyr zum Geschiebe des Jahres 2017 erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff \u201eGeschiebe\u201c gibt dabei schon einen treffenden Hinweis auf die Herkunft dieser Gesteine, stammen sie doch aus skandinavischen Breiten und sind mit den Gletschern der Eiszeiten in die norddeutsche Region \u201egeschoben\u201c worden.<\/p>\n<p>Die P\u00e5skallavik-Porphyre bilden eine Gruppe von G\u00e4ngen im \u00f6stlichen&nbsp;Sm\u00e5land in S\u00fcdschweden und geh\u00f6ren genetisch zu den Granitplutonen des&nbsp;Transskandinavischen Magmatitg\u00fcrtels. Diese Porphyre haben ein Alter von&nbsp;etwa 1,8 Milliarden Jahren. (1)&nbsp;P\u00e5skallavik-Porphyre zeigen unterschiedliche Gef\u00fcge. In der&nbsp;Geschiebekunde werden aber nur die Varianten als P\u00e5skallavik-Porphyr<br \/>\nbezeichnet, die viele gerundete Feldsp\u00e4te von etwa 0,5 bis 1 cm&nbsp;Durchmesser enthalten und von einer braunen bis dunkelbraunen,&nbsp;feink\u00f6rnigen Grundmasse umgeben sind. Die rundlichen Einsprenglinge&nbsp;bestehen aus Alkalifeldspat, der meist hell fleischfarben bis beige&nbsp;gef\u00e4rbt ist. Oft enth\u00e4lt er kleine Flecken von dunklen Mineralen, die&nbsp;makroskopisch nicht bestimmbar sind. Hin und wieder sind die&nbsp;Feldspateinsprenglinge au\u00dfen von einem d\u00fcnnen hellen Saum umgeben.&nbsp;Manche der Kristalle sind zerbrochen.&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<blockquote><p>Bild 1: Schnitt durch ein Geschiebe von P\u00e5skallavik-Porphyr.&nbsp;Die&nbsp;hellen, gerundeten Einsprenglinge sind Feldsp\u00e4te, die \u00fcberwiegend einen&nbsp;hellen Saum tragen. Ganz rechts ist ein zerbrochener Kristall&nbsp;angeschnitten.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_1_placeholder\n<blockquote><p>Bild 2: Anstehendprobe aus V\u00e4rlebo in Smaland, polierter Schnitt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die&nbsp;hier blauen Quarze k\u00f6nnen in diesen Porphyren auch grauwei\u00df sein.&nbsp;Manchmal fehlen sie fast v\u00f6llig. Diese Probe wurde im Museum in Nimwegen&nbsp;(Niederlande) fotografiert. Xander de Jong legit.&nbsp;Die Alkalifeldsp\u00e4te enthalten regelm\u00e4\u00dfig perthitische Entmischungen und&nbsp;gelegentlich auch gr\u00fcnliche Verf\u00e4rbungen, die auf eingeschlossene und&nbsp;nachtr\u00e4glich alterierte Plagioklase deuten.<br \/>\nGelegentlich zeigen P\u00e5skallavik-Porphyre eine insgesamt r\u00f6tliche&nbsp;F\u00e4rbung, welche dann Grundmasse und Einsprenglinge gleicherma\u00dfen umfasst. &nbsp;Quarz ist oft als Einsprengling vorhanden, kann aber auch fehlen. Die&nbsp;Quarze sind hellgrau bis kr\u00e4ftig blau und ebenso wie die Alkalifeldsp\u00e4te&nbsp;immer kantengerundet.&nbsp;Plagioklas kommt als eigenst\u00e4ndiges und makroskopisch erkennbares&nbsp;Mineral nicht oder nur sehr selten vor. &nbsp;Die P\u00e5skallavik-Porphyre geh\u00f6ren zu den besonders auff\u00e4lligen&nbsp;Leitgeschieben, die auch f\u00fcr wenig ge\u00fcbte Sammler leicht zu erkennen&nbsp;sind. Sie werden als Geschiebe regelm\u00e4\u00dfig gefunden und belegen einen&nbsp;Eistransport aus dem \u00f6stlichen S\u00fcdschweden zu uns.&nbsp;Der Porphyr wurde nach der gleichnamigen Ortschaft an der&nbsp;s\u00fcdschwedischen Ostk\u00fcste, unweit von Oskarshamn, benannt.&nbsp;&#8220;P\u00e5skallavik-Porphyr&#8221; steht nicht f\u00fcr ein singul\u00e4res Vorkommen, sondern&nbsp;ist die Gruppenbezeichnung f\u00fcr Mitglieder eines weitr\u00e4umigen Gangschwarms.&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_2_placeholder\n<blockquote><p>Bild 3: R\u00f6tliche Form des P\u00e5skallavik-Porphyrs, anstehend 1 km westlich&nbsp;von P\u00e5skallavik. Naturmuseum Nimwegen. Xander de Jong legit.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zu beachten ist, dass die P\u00e5skallavik-Porphyre in der Geschiebekunde&nbsp;allein \u00fcber ihr Aussehen definiert werden. Andere G\u00e4nge, die in Sm\u00e5land&nbsp;direkt benachbart anstehen und auch genetisch zu dieser Gruppe geh\u00f6ren,&nbsp;enthalten keine runden Feldsp\u00e4te und werden deshalb in der&nbsp;Geschiebekunde nicht beachtet. Das folgende St\u00fcck ist ein Beispiel daf\u00fcr:&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder\n<blockquote><p>Bild 4: Dieser P\u00e5skallavik-Porphyr w\u00e4re als Geschiebe nicht als solcher&nbsp;erkennbar, denn er entspricht nicht dem Gef\u00fcgebild der Leitgeschiebe.&nbsp;Die Probe stammt aus dem n\u00f6rdlich von P\u00e5skallavik angeschnittenen Gang&nbsp;an der Hauptstra\u00dfe (Abzweig zum Steinmetzmuseum). Probe und Foto von&nbsp;Marc Torbohm.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.kristallin.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Matthias Br\u00e4unlich<\/a><\/p>\n<p>*Literatur:*<\/p>\n<p>(1) Lindstr\u00f6m, M.; Lundqvist, J. &amp; Lundqvist, Th. (2000) Sveriges geologie fr\u00e5n&nbsp;urtid till nutid (S. 138). Studentlitteratur, Lund, 2000<\/p>\n<p>Smed, P. &amp; Ehlers, J. (2002) Steine aus dem Norden; Geschiebe als Zeugen der Eiszeit in&nbsp;Norddeutschland 2. verbesserte Aufl. Berlin\/Stuttgart (Borntraeger)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>P\u00e5skallavik-Porphyr Kristallines Geschiebe des Jahres 2017 Text und Bilder 1-3 von Matthias Br\u00e4unlich (kristalline-geschiebe.de&nbsp;und kristallin.de) Bild 4 von Marc Torbohm Die Gesellschaft f\u00fcr Geschiebekunde hat anl\u00e4sslich ihres Neujahrsempfangs im Januar dieses Jahres im Geomatikum der Universit\u00e4t Hamburg den P\u00e5skallavik-Porphyr zum Geschiebe des Jahres 2017 erkl\u00e4rt. 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